KuKuK Chronik
KuKuK – einzigartig in Europa

2000

Initialzündung

Neue Erscheinungsbilder eines ehemaligen Personenkontrollkiosks – oder ein frisch frisiertes Köpfchen

3-Tages-Aktion im Rahmen der Diplomarbeit von Elke Kohlrautz (damals Elke Zimmermann, Designstudentin FH Aachen). Der verlassene ehemalige Personenkontrollkiosk, eine architektonische Perle aus den 50er Jahren, macht mit drei auffälligen Kunstaktionen auf sich aufmerksam. Zu diesem Zeitpunkt steht das belgische Staatsgebäude auf der Abrissliste und ist schon sichtbar dem Verfall preisgegeben. Alice Loo, Mitglied des Eupener Kulturvereins Chudoscnik Sunergia lernt die Künstlerin kennen und begeistert sich für deren Idee, das historische Gebäude vor dem Abriss zu retten und ihm eine neue Bestimmung zu geben.

2000 – 2002

Pilotprojekt „KuKuK – Kunst und Kultur im Köpfchen“ des Kulturvereins
Chudoscnik Sunergia / 6 Kunstaktionen

Elke Kohlrautz und Alice Loo initiieren mit einigen Engagierten das Pilotprojekt KuKuK, erste Kunstaktionen im ehemaligen belgischen Zollhäuschen. Diese müssen vom belgischen Staat genehmigt werden. Pendelnde Grenzgänger:innen werden auf die Initiative zum Erhalt und Umnutzung des Zollgebäudes aufmerksam.

2002

Rettung des belgischen Personenkontrollkiosks und belgische Vereinsgründung KuKuK V.o.G.
6 Kunstaktionen

Die Gemeinde Raeren übernimmt das Zollhaus vom belgischen Staat und besitzt nun ihren „Check Point Charlie“ – wie der damalige Bürgermeister Laschet das Häuschen liebevoll nannte. KuKuK wird flügge und aus dem Pilotprojekt wird der Raerener Verein KuKuK V.o.G. Sitz und Aktionsstätte ist das ehemalige belgische Zollhäuschen. Somit wird es einerseits als Zeitzeuge bewahrt, andererseits wird ihm eine neue Bestimmung als Raum für Kunst und Kultur gegeben. Bedingung für weitere Aktionen ist aus Sicherheitsgründen die einseitige Verlegung der Straßenführung bzw. Zusammenführung beider Fahrspuren (B>D, D>B) und somit die Aufgabe der spannenden Insellage des Zollhauses.

Zweck des Vereins ist die grenzüberschreitende Förderung von Kunst und Kultur, Waldpädagogik, Völkerverständigung sowie Förderung von Tourismus, Landschafts- und Denkmalschutz.

Gründungsmitglieder: Alice Loo, Elke Kohlrautz und Andres Rump (Vorstand) sowie Gerd Vogel und Thomas Kohlrautz.

Erste KuKuK Ostereiersuche an den Zyklopensteinen „Wer findet die 500 KuKuKsEier?“

Highlight: Erste Teilnahme an der „Lange Nacht der Museen Aachen“ mit „Liège goes AIX“. 9 Künstler:innen aus Liège stellen im und um das belgische Zollhaus aus.

2003

6 Kunst- und Kulturaktionen im ehemaligen belgischen Zollhaus
Dreharbeiten des WDR für den Tatortkrimi „Schimanski“

Highlight: Trinationaler Studentenworkshop der Euregionalen 2008 „Grenzüberschreitung im Köpfchen“. 100 angehende Architekt:innen, Städtebauer:innen, Raum- und Landschaftsplaner:innen der drei Grenzländer erarbeiten in trinationalen Teams zum Grenzübergang „Köpfchen“ innovative und funktionale städtebauliche sowie landschaftsgestalterische Visionen.

2004

10 Kunst- und Kulturaktionen im ehemaligen belgischen Zollhaus

Highlight: Zweite Teilnahme „Lange Nacht der Museen Aachen“ mit „Magic Island“ und japanische Woche. Installationen japanischer Künstler:innen und diverse Kunstaktionen „japanische Kunst und Kultur“ im und um das belgische Zollhaus und in der Waldburg in Hergenrath.

2005

4 Kunst- und Kulturaktionen im ehemaligen belgischen Zollhaus und an den Zyklopensteinen

2006

Gründung des deutschen Vereins KuKuK e.V.

Mit gleichen Zielsetzungen und Mitgliedern, wie der seit 2002 bestehende belgische Verein KuKuK.
Gründungsmitglieder: Alice Loo, Elke Kohlrautz, Jürgen Klinge (Vorstand) sowie Katharina Heukemes, Thomas Kohlrautz, Uschi Witschen-Klinge, Rudolf Schmitt und Astrid Schunck.

Highlight: Erste Grenzkunstroute SEITENWECHSEL – Café im belgischen Zollhaus
23 Kunst- und Kulturaktionen im ehemaligen belgischen Zollhaus und im Grenzwald. Die Anzahl der aktiv ehrenamtlich engagierten Mitglieder ist enorm angewachsen. Daher kann das erste mehrmonatige Großprojekt auf viele Schultern verteilt werden. Erstmalig stellen 15 Künstler:innen aus der Euregio im Grenzwald aus. Begleitend finden ein vielfältiges Kulturprogramm und waldpädagogischen Führungen statt. In der Waldwerkstatt, einem Platz zur freien künstlerischen Gestaltung, entsteht eine Ausstellung in der Freiluftausstellung. Im ehemaligen belgischen Zollhaus ist temporär ein Café für die Besucher:innen eingerichtet. Das fast ausschließlich ehrenamtlich durchgeführte Projekt ist mit
10.000 Besucher:innen ein großer Erfolg.

2007

3 Kunst- und Kulturaktionen im ehemaligen belgischen Zollhaus und im Grenzwald

2008

Machbarkeitsstudie mit Köpfchen

Die EuRegionale 2008, die Stadt Aachen und die Gemeinde Raeren haben sich darauf verständigt, die durch KuKuK initiierte positive Entwicklung am Grenzübergang Köpfchen, weiter anzuschieben. Ziel ist es, „Köpfchen“ zu einem Ort zu machen, an dem man sich gerne trifft und aufhält, den man als Ausgangspunkt für Wanderungen und Erkundungen in der Gegend nutzt. Das Nutzungsspektrum soll die Bereiche Kunst, Kultur, (Grenz-) Geschichte, Natur und Naherholung abdecken. Neben der dringend
erforderlichen gestalterischen und funktionalen Aufwertung soll ein „Entrée“ für beide Länder bzw. Kommunen geschaffen werden. Das Planungsbüro Jo Coenen/L. erstellt hierzu die Machbarkeitsstudie, die „Studie mit Köpfchen“. Auf Grundlage dieser Studie erhält das Projekt das EuRegionale-Label. In einer zweiten Planungsphase wird die Studie vom Aachener Planungsbüro Dunkel + Korte in Arbeitsgemeinschaft mit dem Landschaftsplanungsbüro Planergruppe Oberhausen weiter ausgearbeitet.

Highlight: Zweite Grenzkunstroute ZEITENWECHSEL – temporäre Nutzung des deutschen Zollhauses
31 Kunst- und Kulturaktionen in beiden ehemaligen Zollhäusern und im Grenzwald KuKuK e.V. mietet erstmalig das sich in Privatbesitz befindende ehemalige deutsche Zollhaus an. Nachdem hier der Zoll 1994 auszog, öffnen sich nun die Pforten für Kunst und Kultur. Die Ehrenamtler:innen des Vereins bauen die alte Zollabfertigungshalle provisorisch zum Café um.

21 internationale Künstler:innen zeigen ihre Werke im deutschen, im belgischen Zollhaus und im Grenzwald. Die zweite Freiluftausstellung zählt 20.000 Besucher:innen! Begleitend finden wieder ein abwechslungsreiches Kulturprogramm und waldpädagogische Aktionen statt. Die Waldwerkstatt lädt Jung und Alt erneut zum kreativen Schaffen in und mit der Natur ein. Ein Team aus Hauptberufler:innen und Ehrenamtler:innen plant und realisiert das umfangreiche Projekt.

Baumtraumhaus
Daniele Del Grande und sein Team lacasasullalbero bauen im KuKuK-Wäldchen über dem Westwall ein frei schwingendes Baumtraumhaus mit zwei Plattformen. Zehn Jahre lang erfreuen sich Kinder und auch Erwachsene an dem originellen Baumhaus. Zudem wird es als Bühne für Konzerte genutzt. 2019
muss das baufällige Baumhaus aus Sicherheitsgründen abgerissen werden. 4 weitere Kunst- und Kulturaktionen

2008/2009

Erwerb und Umbau des ehemaligen deutschen Zollhauses

Das Architektenteam: Anne Zachariae, Daniele Del Grande und Jürgen Klinge.

Mit Fördermitteln von „Initiative ergreifen“ NRW und der Stadt Aachen wird das historische Gebäude umfangreich saniert und zum ansprechenden Kulturzentrum mit CaféBar und REGIOmarché umgebaut. KuKuK e.V. wird Eigentümer und muss 10 % Eigenanteil stemmen: mit 1.253 ehrenamtlichen Stunden beim Umbau, Spenden und Sponsoren. Im Sommer 2009 wird die „Grenzstation Köpfchen“ mit der 100 qm Sonnenterrasse eröffnet. Den Cafébetrieb übernimmt KuKuK e.V. in Eigenregie. Der REGIOmarché erweist sich schon nach kurzer Zeit als Flop. Er ist wirtschaftlich nicht tragfähig und wird geschlossen.

Der Ort, dessen Bestimmung es war, Menschen voneinander zu trennen, wird zu einem Treffpunkt, an dem man sich nun gerne aufhält. Als Geste des neuen Europas werden beide ehemalige Zollhäuser mit der neuen Nutzung ein grenzüberschreitendes Miteinander verstärken – mit Respekt für die Vergangenheit und Offenheit für die Zukunft. KuKuK ist einzigartig in Europa! Es wird auf der ganzen Linie grenzüberschreitend gearbeitet: mit Ehrenamtler:innen, Künstler:innen, Sponsoren und Förderstellen. Die Besucher:innen kommen aus der gesamten Euregio und darüber hinaus.

2009

15 Kunst- und Kulturaktionen in beiden ehemaligen Zollhäusern und im Grenzwald

Highlight: Eröffnung des Kunst- und Kulturzentrums KuKuK am Grenzübergang Köpfchen

KuKuK CaféBar – Einkehren und Feiern an einem besonderen Ort
Die atmosphärische CaféBar und die 100 qm Terrasse sind der ideale Platz zum Freunde treffen, Chillen oder um einfach mal den Blick in die Weite schweifen zu lassen. KuKuK Veranstaltungsbesucher:innen kommen vor und nach den Events in den Genuss der CaféBar. Zudem können die Räumlichkeiten einzeln oder zusammenhängend für private Feiern gebucht werden. Das umgebaute ehemalige deutsche Zollhaus bietet von der kleinen Familienfeier bis zur großen Party den passenden Rahmen.

Tanzen im KuKuK
Ob zunächst Salsa- und Tangokurse, später dann KuKuK Beats oder in Corona-Zeiten die KuKuK Sundowner-Beats … von Anfang an wird das Tanzbein im KuKuK oder auf der Terrasse geschwungen. Tanzfreudige kommen voll auf ihre Kosten und genießen dabei die besondere Atmosphäre. Wer es lieber ruhiger mag, der chillt an der riesigen Feuerschale und lässt die Seele baumeln.

KuKuK Weihnachtsbazar
Ein neues Format, das ab 2009 an den vier Adventswochenenden stattfindet. KuKuK lädt zu einem kleinen, aber feinen Weihnachtsbazar ein. Verschiedene regionale Handwerker:innen und Künstler:innen stellen ihre Produkte und Kunstwerke aus. Der Bazar erfreut sich von Anfang an großer Beliebtheit und entwickelt sich über die Jahre zu einem wahren Publikumsmagneten.

2009 – 2012

Drei Jahre europäisches Förderprogramm (Interreg)

KuKuK V.o.G und KuKuK e.V. erhalten zur Bespielung und Belebung des Grenzübergangs Köpfchen europäische Fördergelder (Interreg). Vier Hauptberufler:innen arbeiten in diesen Jahren mit dem ehrenamtlichen KuKuK-Team zusammen. Die jährliche Anzahl von Veranstaltungen steigt stetig an.

2010

88 Events!

2011

Dritte Grenzkunstroute ÜBERGRIFFE mit 60 Events!

21 internationale Künstler:innen zeigen ihre Werke im Grenzwald, im belgischen und im deutschen Zollhaus. Die Freilichtausstellung, das begleitende Kulturprogramm sowie wald- und kulturpädagogische Aktionen vermitteln attraktiv und kreativ, provokativ und informativ kulturelle Bildung. Die Waldwerkstatt lädt zum fantasievollen Schaffen in und mit der Natur ein. Die dritte großformatige Grenzkunstroute zählt 25.000 Besucher:innen! Ein Team aus Hauptberufler:innen und Ehrenamtler:innen plant und realisiert das umfangreiche Projekt. 100 weitere Events im gleichen Jahr!

2011/2012

„Belebung des Grenzübergangs Köpfchen“ – ein Projekt der Gemeinde Raeren und Stadt Aachen

Im Rahmen des Interreg-Projektes IVA wird die Fahrbahn erneuert und der rote Fußgängerweg angelegt. Der rote Betonsteg ist eine bildliche Darstellung des europäischen Gedankens. In Zukunft wird die Verbindung von belgischem und deutschen Vereinssitz nicht nur Weg, sondern auch Veranstaltungsort für KuKuK sein, z.B. für großformatige Fotoausstellungen oder der grenzüberschreitenden Picknicktafel. Auf Initiative der Gemeinde Raeren wird das belgische Zollhaus umfangreich renoviert. Die hässlichen Kunststoffanbauten aus den 60er Jahren werden zurückgebaut und der ursprüngliche Grundriss aus den 50er Jahren wieder hergestellt. Mehrmals jährlich stellen dort Künstler:innen aus der Euregio aus.

2012

123 Veranstaltungen (inkl. Weser-Göhl-Kunstroute: 3 Sonntage)

KuKuK Flohmarkt
Ein neues Eventformat – der KuKuK Flohmarkt zieht von 2012 an vier Mal im Jahr viel Publikum an die Grenze. Getrödelt wird rein privat und in entspannte Atmosphäre.

2013

141 Veranstaltungen (inkl. Weser-Göhl-Kunstroute: 11 Sonntage)

2014

161 Veranstaltungen (inkl. Weser-Göhl-Kunstroute: 12 Sonntage)

Künstlerwerkstätten im belgischen Zollhaus
Der belgische KuKuK stellt mit seinem neuen Format, der Künstlerwerkstatt, Künstler:innen unterschiedlichster Disziplinen das Zollhaus als Werkstatt bzw. temporäres Atelier zur Verfügung. Das Thema der künstlerischen Auseinandersetzung ist frei gewählt. Mindestens sechs Wochen wird vor Ort gearbeitet. Die Tür steht während der Schaffensphase offen für Interessierte, die das Gespräch bzw. den Austausch suchen. Das Ergebnis wird nach der „Work in Progress Phase“ für weitere sechs Wochen ausgestellt. Das gläserne Zollhaus bietet zu jeder Tages- und Nachstunde einen Rundumblick auf die Kunstwerke oder Installationen.

2014/2015

KuKuK e.V. in der Krise – und wieder raus

Neben den vielfältigen kulturellen Aufgaben stemmt der KuKuK (die Ehrenamtler:innen im KuKuK) seit dem Erwerb und Umbau des ehemaligen deutschen Zollhauses zusätzlich den Cafébetrieb in Eigenleistung sowie alle notwendigen Arbeiten zum Erhalt und Betrieb des Gebäudes und des Grundstückes. Die finanziellen Belastungen übersteigen in 2014 das monetäre Vermögen des Vereins, der kurz vor der Insolvenz steht. In gemeinsamer Anstrengung wird ein Sanierungskonzept auf die Beine gestellt, Kern ist die Übergabe des Cafébetriebes an eine Pächterin. Schon die Folgejahre zeigen den Erfolg der Maßnahmen. Heute (2022) ist der Verein schuldenfrei. Vor dem Hintergrund, dass sich der Verein allein aus Fördermitteln der Stadt Aachen sowie Spenden und Sponsoren finanziert, ist das eine große Leistung, auf die alle Ehrenamtlichen und die Cafépächterin stolz sein können.

2015

107 Veranstaltungen (inkl. Weser-Göhl-Kunstroute: 11 Sonntage)

Erste Verpachtung der KuKuK CaféBar
Ulla Arslan übernimmt die CaféBar des Vereins, die sie bis heute mit Freude und Engagement führt. Diese Neuerung entlastet den Verein sehr und die Zusammenarbeit verläuft nach einem ersten Lehrjahr für beide Seiten äußerst zufriedenstellend. Ein erweitertes kulinarisches Angebot liegt der Pächterin am
Herzen. Neben gutem Kaffee und köstlichen Kuchen von lokalen Konditoreien, stehen auf der wechselnden Tageskarte herzhafte regionale Speisen. Das buntgemischte Publikum aus Kunst- und Kulturbegeisterten, Künstler:innen, Familien mit Kind und Kegel, ruhesuchenden Städter:innen, Tourist:innen von nah und fern, einkehrenden Wander:innen und Fahrradfahrer:innen … genießt und chillt am KuKuK.

2016

119 Veranstaltungen (inkl. Weser-Göhl-Kunstroute: 12 Sonntage)

KuKuK-Ei: Bau und Einweihung – Andreas Schmotz
Der Bonner Künstler Andreas Schmotz baut ein riesiges „KuKuKs-Ei“ aus Lärchenholz neben die Außenterrasse als Dauer-Installation. Das Objekt ist zugleich Kunst- und Sitzobjekt. Das mit 40.000 Nägeln zusammengebaute Kunstwerk ist eine weitere Attraktion auf dem KuKuK-Gelände.

2017

103 Veranstaltungen (inkl. Weser-Göhl-Kunstroute: 11 Sonntage)

KuKuK Grünmarkt
Ein neues Format: Seit 2017 wechseln im Frühjahr auf der Pflanzentauschbörse am KuKuK Pflanzen ihre Gärten. Es wird gefachsimpelt und Produkte aus regionaler, ökologischer Herstellung genossen.

2018

124 Veranstaltungen (inkl. Weser-Göhl-Kunstroute: 12 Sonntage)

2019

84 Veranstaltungen (inkl. Weser-Göhl-Kunstroute: 12 Sonntage)

2020

Kultur in Corona-Zeiten

70 Veranstaltungen (inkl. Weser-Göhl-Kunstroute: 12 Sonntage)
Das KuKuK-Kulturjahr ist kurz, im März erlässt NRW den ersten Corona-Lockdown. Das Programm kommt zunächst zum Stillstand, ab Sommer passt das KuKuK-Team die Veranstaltung jeweils den aktuellen Corona-Regelungen an. Eine herausfordernde Zeit für Künstler:innen, Zuschauer:innen und für die Macher:innen des KuKuK. Dank eines Kultur-Corona-Zuschusses können mit weitaus mehr Aufwand doch noch zahlreiche Veranstaltungen stattfinden.

2020 – 2021

Heimatprogramm Teil 1 Bauliche Maßnahmen

Viel Arbeit steckt im „Heimat“-Förderantrag an das Land NRW und sie wird belohnt. KuKuK bekommt den Zuschlag, um bauliche Maßnahmen zur besseren kulturellen Nutzung des KuKuK-Areals umzusetzen. Zu der 90 % Förderung muss KuKuK einen Eigenanteil in Höhe von 10 % leisten.

Ausnahmsweise ist der Corona-Lockdown von Vorteil, denn es gibt keine Veranstaltungen. Die Grenze ist geschlossen, der Cafébetrieb ruht. So kann ein örtliches Unternehmen ungestört die neue Terrasse anlegen. Großflächig ermöglicht sie nun neben dem Cafébetrieb Veranstaltungen wie Filmvorführungen, Lesungen oder Versammlungen.

Doch es gibt noch mehr Aktivitäten: Unmittelbar neben einem Stück des Westwalls – Mahnmal der nationalsozialistischen Vergangenheit – wird die verwilderte Fläche zurückgeschnitten, aufgeräumt und für die neue Waldbühne hergerichtet. Eine organisch geformte Steintreppe führt hinunter zu dem großen mobilen Zelt mit der Bühne. Die Waldbühne hat hier ihren unverwechselbaren Ort gefunden und wird begeistert genutzt. Besondere Eichenbänke, gestaltet vom Künstler Sebastian Schmidt, runden die Freiraumfläche ab. Die Förderzusage ermöglicht KuKuK noch weitere Akzente technischer Art
zu setzen, wie Leuchtschrift, Licht- und Sicherheitstechnik etc.

2021

Heimatprogramm Teil 2 – Vierte Grenzkunstroute FRAGIL

78 Events und Aktionen in beiden ehemaligen Zollhäusern und im Grenzwald
Das Heimatministerium finanziert zu 90 % die vierte Grenzkunstroute. Der Verein stemmt 10 % mit insgesamt 1.000 ehrenamtlichen Stunden und Eigenkapital. 19 internationale Künstler:innen zeigen ihre Werke im Grenzwald und in den beiden ehemaligen Zollhäusern. Die vierte Freilichtausstellung zählt 30.000 Besucher:innen! Begleitend finden ein buntes Kulturprogramm und vielfältige wald- und kunstpädagogische Aktionen statt. Die Waldwerkstatt erfreut sich wieder großer Beliebtheit. Mehr als 250 Kunstwerke aus Naturmaterialien kreieren die Besucher:innen der Kunstroute.

KuKuK Graffiti
Die sieben Garagentore erhalten ein neues Gesicht. Sebastian Schmidt, Kunstpädagoge, konzipiert und gestaltet mit 15 Jugendlichen ein gemeinsames Graffiti zum Thema „Heimat – fragil“ auf der 20 m langen Wandfläche. Das Ergebnis veranschaulicht sowohl negative wie positive Empfindungen, Bilder
und Visionen der jungen Menschen. 55 weitere Kunst- und Kulturaktionen im gleichen Jahr (inkl. Weser-Göhl-Kunstroute: 12 Sonntage)

Gründung der KuKuK Werkstatt – Workshopangebote
KuKuK hat sich in den 20 Jahren sehr facettenreich entwickelt. Immer wieder gab es punktuell auch pädagogische Angebote. Diese Facette möchte der Verein zukünftig weiter ausbauen und kontinuierlich Workshops für Kinder, Jugendliche und Erwachsene anbieten. Künstler:innen, Pädagog:innen und Therapeut:innen aus den unterschiedlichen Fachbereichen finden sich in einer neuen ehrenamtlichen Arbeitsgruppe zusammen.

2022

43 Events und Aktionen bis Ende August 2022

140 Mitglieder
28 Aktiv
21 Helfer:innen

Büro: Bernd Kretschmann | Café: Ulla Arslan und Team | Coaching: Birgit Wohlgemuth | Grafik: Angelika Ludwig und HERR KRUSE Visuelle Kommunikation (Andreas Kruse, Tarek Loo und Team) | Hausmeister: Michael Tödtmann | Helfer:innen: Süheyla Akcay, Lea Bascha, Inge Becker, Axel Borrenkott, Selina Döhler, Janusz Kubanek, Paul Hintemann, Rainer Hintemann, Tarek Loo, Anne Löning, Rainer Lüdecke, Ingo Mitschke, Heinz Nick, Rudolf Schmitt, Heidemarie Schneider, Yassine Sidki, Dariush Welter, Britta Wichert, Lina Wichert, Friedhelm Wöll, Stefan Winkler und Martin Zachariae | Kultur AG: Daniele Fettweis, Jeanne Ivens, Ingo Kellerwessel, Bernd Kretschmann, Monika Lang, Angelika Ludwig, Walter Moede, Clemens Stanzel, Heike Thormeyer, Elsa Treppo, Ursula Witschen-Klinge und Annette Wollny | Pädagogik/Werkstatt AG: Elke Kohlrautz, Alice Loo, Tom Müller, Baris Öztürk, Kristina Pendzich, Ute Reifferscheidt, Sarah Schmidt, Sebastian Schmidt, Vera Sous, Udo Steinert und Michael Zobel | Technik/IT: Thomas Kohlrautz, Burkhard Jüterbock, Albert Radermacher, Bodo Schulz und Georg Wüller | Vorstand: Jörg Becker, Rolf Bergedieck, Jürgen Klinge, Monika Lang, Alice Loo, Hilde Scheidt und Clemens Stanzel | Webseite: Christoph Eschweiler

Diese Chronik erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Kontaktieren Sie uns gerne, wenn Sie Ergänzungsvorschläge oder wir wichtige Akteur:innen vergessen haben. Ansprechpartnerin: Alice Loo, a.loo@kukukandergrenze.eu

Das KuKuK-Team bedankt sich bei ALLEN, die in irgendeiner Form, zu irgendeinem Zeitpunkt im Laufe der 20 Jahre, zum Erhalt der geschichtsträchtigen Zollhäuser als Zeitzeugnisse, zur Entwicklung als Kunst- und Kulturstätte an der Grenze und zum Gelingen unserer vielfältigen Aktivitäten beigetragen haben. Es liegt uns am Herzen weiterhin an diesem außergewöhnlichen ORT ein ganzjähriges interkulturelles und interdisziplinäres Kultur- und Pädagogikprogramm anzubieten, das die Themen: Geschichte, Kunst, Kultur, Natur umfasst. Und das passt in keine Schublade! Zudem halten wir
weiterhin die Fahne hoch für ein gelebtes EUROPA! Hier und JETZT!

KuKuK Chronik: Alice Loo sowie Rolf Bergedieck, Daniele Fettweis, Elke Kohlrautz, Jürgen Klinge und Bernd Kretschmann


Die Chronik 2002–2022 gibt’s hier auch als PDF