Schwarze Grütze “TabularasaTrotzTohuwabohu” – Musikkabarett

Der tägliche Informationsstrudel wirbelt uns im Kreis, im Oberstübchen ist Jahrmarkt und unsere Denkmaschine ist dabei permanent überfordert. Jeder von uns scheitert daran auf seine Weise. Die Schwarze Grütze legt im aktuellen Programm den musikalischen Zeigefinger treffsicher in genau diese Wunde. Schon mit dem Entziffern des Titels sind wir leicht überfordert. Man muss schon zweimal hinsehen. Und genau das machen Dirk Pursche und Stefan Klucke in ihren wie immer bemerkenswerten Liedtexten auch.

Facebook hat mein Leben gerettet!” klingt erst mal wunderbar positiv, “ich lasse mir das Hirn absaugen” irgendwie auch, aber es erwartet uns wie gewohnt heimtückisches Liedgut. Auch Themen wie Mobbing und die GEMA werden genussvoll durch die Grütze gezogen. Pursche und Klucke zelebrieren eine Arzneimittelhymne, und verorten die wahre Anarchie in der Einhaltung der Gesetze. Und natürlich fehlen auch wieder die einzigartigen Sprachspiele nicht. Hier verdreht ein umtrainierter Linkshänder zwerchfellerschütternd seine Worte, dort entsorgt das selbsternannte “Opfer unser Wegwerfgesellschaft” seine Liebschaften nach dem ersten Gebrauch, und zwar in wahnwitziger Wortjonglage.

Der Name “Schwarze Grütze” entstand irgendwann im letzten Jahrtausend mal aufgrund des Doppeldeutigkeit des Wortes Grütze: Scharfsinn und Blödsinn, und das alles abgelöscht mit einem guten Schuss schwarzem Humor. In diesem Sinne sind sich Pursche und Klucke bemerkenswert treu geblieben. Sie sind zu sperrig für die gängigen Schubladen, zu selten in den gängigen TV-Formaten und zu sie selbst, um daran irgendetwas zu ändern. Es gibt sich so Einiges auf deutschen Bühnen, das man einfach live erlebt haben sollte, die Schwarze Grütze gehört mit Sicherheit dazu.

www.schwarze-gruetze.de

Eintritt: 12,00 Euro